Kann man Luft sehen? Normalerweise nicht. Aber Seifenblasen machen sie sichtbar: Ein hauchdünne Seifenwasserschicht umhüllt Luft zu einer Blase, und sie schwebt durch die Luft und macht auch leiseste Luftbewegungen erkennbar. Und dennoch bleibt die Seifenblase nicht für ewig, nur allzu bald platzt sie.
Kann man Geist spüren? Normalerweise nicht. Aber wie bei Seifenblasen gibt es kurze Momente, in denen wir ein Gefühl erhalten, diese göttliche Geistkraft zu erfahren. In der Bibel ist der Windhauch eines der Bilder, um Gottes Geistkraft zu beschreiben. Und obwohl Luft, Geist, Hauch „nichts“ ist, können sie manchmal sicht- und spürbar werden – dann sind sie nicht mehr „nichts“. Eben: „nümme nüt“, mehr als nichts. Und dennoch nicht einfach verfügbar.
Passend zum Motto "nümme nüt" folgende Kurzgeschichte: Das Gewicht einer Schneeflocke
„Sag mir, wie viel eine Schneeflocke wiegt“, fragte eine Tannenmeise eine Wildtaube.
„Nicht mehr als nichts“ war die Antwort.
„Dann muss ich dir eine wunderbare Geschichte erzählen“, sagte die Tannenmeise. „Ich saß auf einem Tannenast, nahe am Baumstamm, als es zu schneien anfing – nicht sehr stark, kein Schneesturm, nein, wie in einem Traum, lautlos und sanft. Da ich nichts Besseres zu tun hatte, zählte ich die Schneeflocken, die sich auf den Zweigen und Nadeln meines Astes niederließen. Es waren genau 3.741.952. Als die 3.741.953te auf den Ast fiel – also nicht mehr als nichts, wie du sagst, brach der Ast ab.“ Nachdem die Tannenmeise das gesagt hatte, flog sie weg.
(Kurt Kauer, aus New Fables, Thus spoke the Marabou)
Obwohl Windhauch und Geistkraft scheinbar nichts sind, haben sie durchaus eine Wirkung, wie die Schneeflocke in der Geschichte. Diese hat übrigens noch eine zweite Pointe, die jedoch nicht mehr direkt zum Motto der diesjährigen Firmung passt. In diesen Zeiten scheint sie dennoch von grosser Bedeutung, deshalb füge ich sie hier an:
Die Taube, die ja seit Noahs Zeiten über diese Dinge Bescheid weiß, dachte eine Weile über die Geschichte nach und sagte schließlich zu sich selbst: „Vielleicht fehlt nur noch die Stimme eines einzigen Menschen, damit Frieden in die Welt kommt.“
Mit dem Info-Abend am 18. Januar sind wir in den neuen Firmkurs gestartet. An diesem Firmkurs können junge Erwachsene unserer Pfarrei mit Jahrgang 2008 teilnehmen, die genauer wissen wollen, was es mit der göttlichen Geistkraft auf sich hat und wo dieser Hauch "Nichts" sicht- oder spürbar wird, so dass sie eben "nümme nüt" sind.
Der Firmkurs startet am Samstag, 25. April 2026, mit einem ersten Treffen im Pfarreiheim. Über Auffahrt reisen wir gemeinsam nach München (als freiwilliger Bestandteil des Firmkurses). Der feierliche Firmgottesdienst findet am Samstag, 7. November 2026, um 16 Uhr in der Kirche St. Stephan Therwil statt.
Die Übersicht über alle Daten und Termine sind HIER zu finden.
Mirjam Reinprecht und Philippe Moosbrugger